Dein Einstieg in die Welt der KI! Lerne die ersten praktischen Schritte.
Du weisst jetzt, was KI ist und welche Modelle es gibt. Aber wie fängst du konkret an? Dieser Kurs ist dein praktischer Begleiter für die ersten Schritte. Wir richten gemeinsam die wichtigsten KI-Werkzeuge ein und du lernst, wie du sie sofort produktiv nutzen kannst -- ohne technisches Vorwissen.
Am Ende dieses Kurses hast du mindestens ein KI-Tool eingerichtet und deine ersten praktischen Ergebnisse erzielt.
Bevor du loslegst, eine kurze Orientierung. Alle drei grossen Anbieter haben kostenlose Einstiegsmöglichkeiten:
Unser Tipp: Starte mit der kostenlosen Version von zwei Anbietern. So bekommst du ein Gefühl dafür, welches Tool dir besser liegt, bevor du Geld investierst.
Die Anmeldung bei ChatGPT ist unkompliziert. Du brauchst nur eine E-Mail-Adresse. Nach der Registrierung landest du direkt im Chat-Fenster.
Viele Menschen starten mit Fragen wie "Erzähl mir einen Witz" -- das ist nett, aber nicht besonders nützlich. Hier sind Beispiele für Anfragen, die dir sofort Mehrwert bringen:
Eine E-Mail formulieren: "Schreibe eine höfliche E-Mail an meinen Vermieter. Ich möchte um eine Verlängerung der Frist für die Nebenkostenabrechnung bitten. Der Ton soll freundlich aber bestimmt sein."
Ein Meeting vorbereiten: "Ich habe morgen ein Meeting zum Thema Budgetplanung 2026. Erstelle mir eine Agenda mit den wichtigsten Punkten und drei möglichen Diskussionsthemen."
Einen Text zusammenfassen: "Fasse den folgenden Text in 5 Stichpunkten zusammen: [Text einfügen]"
Etwas erklären lassen: "Erkläre mir das Konzept der Inflation so, als wäre ich 15 Jahre alt. Verwende Alltagsbeispiele."
Auch bei Claude ist die Anmeldung einfach und direkt. Nach dem Login findest du eine aufgeräumt gestaltete Oberfläche.
Claude hat einige Besonderheiten, die es für bestimmte Aufgaben zur besten Wahl machen:
Lange Dokumente analysieren: Du kannst bei Claude Dateien hochladen -- PDFs, Word-Dokumente, sogar Bilder. Lade zum Beispiel einen 50-seitigen Bericht hoch und frage: "Was sind die drei wichtigsten Erkenntnisse in diesem Bericht? Gibt es Widersprüchlichkeiten?"
Gründliches Nachdenken: Claude neigt dazu, Fragen differenzierter zu beantworten. Statt einfacher Ja/Nein-Antworten erhältst du oft nuancierte Analysen mit verschiedenen Perspektiven.
Projekte anlegen: In Claude kannst du Projekte erstellen und Hintergrundwissen hinterlegen. So musst du nicht bei jeder Anfrage den Kontext neu erklären. Du könntest zum Beispiel ein Projekt "Mein Unternehmen" anlegen und dort grundlegende Informationen hinterlegen.
Vertrag prüfen: Lade einen Vertrag hoch und frage: "Prüfe diesen Mietvertrag. Gibt es Klauseln, die ungewöhnlich oder nachteilig für mich als Mieter sind? Liste sie mit Erklärung auf."
Strategie entwickeln: "Ich betreibe einen kleinen Online-Shop für handgemachte Kerzen. Der Umsatz stagniert bei 3.000 Euro pro Monat. Entwickle drei konkrete Strategien, um den Umsatz in den nächsten 6 Monaten zu verdoppeln."
Texte verbessern: "Hier ist mein Bewerbungsschreiben. Verbessere es sprachlich und inhaltlich, aber behalte meinen persönlichen Stil bei: [Text einfügen]"
Gemini ist über dein Google-Konto zugänglich. Wenn du bereits Gmail, Google Drive oder YouTube nutzt, bist du quasi schon angemeldet.
Der grosse Vorteil von Gemini liegt in der nahtlosen Verbindung mit dem Google-Ökosystem:
In Gmail: Gemini kann dir helfen, E-Mails zu beantworten, Entwürfe zu erstellen und dein Postfach zu organisieren -- direkt in Gmail.
In Google Docs: Du kannst Gemini bitten, Texte zu verfassen, zu überarbeiten oder zusammenzufassen, ohne die App zu verlassen.
In Google Sheets: Formeln erstellen, Daten analysieren, Diagramme vorschlagen -- Gemini macht Tabellenkalkulation zugänglicher.
Google bietet mit NotebookLM ein einzigartiges Werkzeug. Du lädsst Dokumente, Webseiten oder Notizen hoch, und NotebookLM erstellt dir daraus eine durchsuchbare Wissensdatenbank. Besonders beeindruckend: Die Audio-Zusammenfassungen, bei denen zwei KI-Stimmen deine Dokumente in einem Gesprächsformat zusammenfassen.
Ideal für Recherche, Studium oder wenn du dich schnell in ein neues Thema einarbeiten willst.
Unabhängig davon, welches Tool du nutzt -- diese Grundregeln helfen dir, bessere Ergebnisse zu erzielen:
Schlecht: "Schreib mir was über Marketing." Besser: "Erstelle einen Social-Media-Plan für eine Bäckerei mit 3 Filialen. Zielgruppe: Familien im Umkreis von 5 km. Budget: 500 Euro/Monat. Fokus auf Instagram und Facebook."
Schlecht: "Korrigiere diesen Text." Besser: "Korrigiere diesen Text. Er ist für unsere Unternehmenswebsite bestimmt und soll professionell, aber zugänglich klingen. Unsere Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen."
Schlecht: "Was weisst du über Projektmanagement?" Besser: "Erstelle eine übersichtliche Tabelle mit den 5 wichtigsten Projektmanagement-Methoden. Spalten: Name, Beschreibung in einem Satz, wann geeignet, wann nicht geeignet."
Du musst nicht beim ersten Versuch das perfekte Ergebnis bekommen. KI funktioniert am besten im Dialog:
Übernimm KI-Ergebnisse nie ungeprüeft. Besonders bei:
Die KI ist kein Gedankenleser. Je klarer deine Anfrage, desto besser das Ergebnis. Nimm dir 30 Sekunden mehr Zeit für die Formulierung -- es spart dir Minuten bei der Nacharbeit.
Bei komplexen Aufgaben ist es besser, schrittweise vorzugehen. Erst die Struktur erarbeiten, dann die einzelnen Abschnitte, dann die Überarbeitung.
KI kann überzeugend falsch liegen. Entwickle eine gesunde Skepsis und prüfe wichtige Informationen.
Verschiedene Modelle haben verschiedene Stärken. Probiere ruhig mehrere aus, bevor du dich festlegst.
Der Einstieg in die KI-Nutzung ist einfacher, als du vielleicht denkst. Die wichtigsten Schritte:
Je mehr du übst, desto besser wirst du darin, die richtigen Fragen zu stellen. Und genau das ist die Kernkompetenz im Umgang mit KI. Im nächsten Kurs schauen wir uns das Thema Open Source vs. Cloud KI an und erklären, warum manche Nutzer ihre KI lieber lokal auf dem eigenen Computer betreiben.