Baue Automatisierungen mit KI-Agenten statt klassischer Workflow-Tools -- schneller, flexibler und ohne Low-Code-Limits
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Bisher galten Tools wie Make oder n8n als Standard für Automatisierung. Doch immer mehr Profis wechseln zu einem anderen Ansatz: Sie lassen KI-Agenten, insbesondere Coding Agents wie Claude Code, ihre Automatisierungen direkt bauen. Was früher 5 bis 8 Stunden in Make dauerte, läuft mit einem Agentic Workflow in unter 30 Minuten.
In diesem Kurs lernst du den Unterschied zwischen klassischen Workflows und Agentic Workflows, wie du mit Claude Code eigene Automatisierungen baust und warum dieses Thema Domain Knowledge erfordert, das kein Tool der Welt ersetzen kann.
Klassische Automatisierungstools wie Make und n8n haben ihre Berechtigung. Sie sind visüll, leicht zu debuggen und gut zu monitoren. Aber sie haben auch Grenzen:
Ein Agentic Workflow ist eine Automatisierung, die von einem KI-Agenten gebaut und ausgeführt wird. Statt Nodes visüll zusammenzuklicken, beschreibst du dem Agenten, was du erreichen willst, und er baut die technische Lösung.
Der entscheidende Unterschied: Der Agent kann selbstständig recherchieren, APIs finden, Code schreiben, testen und debuggen -- alles in einem Durchlauf.
Saschthetasch demonstriert den Vergleich anhand eines konkreten Projekts: Eine Trend-Analyse, die für mehrere Plattformen die aktüllen Top-Creator und deren beliebteste Content-Formate identifiziert.
In Make hatte dieses Projekt mit Browser-Agent-Integration (Airtop), Debugging und Testing rund 5 bis 7 Stunden gedauert. Mit Claude Code als Agentic Workflow: 24 Minuten.
Phase 1: Planung mit dem Agenten
Statt direkt Code zu schreiben, startet der Workflow im Planmodus. Claude Code bekommt die Aufgabe beschrieben und stellt gezielte Rückfragen:
Phase 2: API-Reverse-Engineering
Da die Zielplattform keine offizielle API hat, findet der Agent eigenständig eine interne API über die Netzwerk-Analyse des Browsers. Er identifiziert die relevanten Endpunkte, testet die Authentifizierung und baut den Zugriff ein.
Hier wird Domain Knowledge entscheidend: Du musst verstehen, wie das Internet funktioniert -- was Netzwerk-Tabs sind, wo Cookies stehen, wie interne APIs aussehen. Ohne dieses Grundwissen würdest du dich mit dem Agenten verrennen.
Phase 3: Implementierung
Claude Code baut eigenständig:
Phase 4: Deployment als Vercel Function
Der fertige Workflow wird auf Vercel Functions deployed, sodass er automatisch per Cron Job täglich laufen kann. Die Ergebnisse können in eine Datenbank oder ein Google Sheet geschrieben werden.
Nach 24 Minuten steht ein funktionierendes Dashboard mit:
Saschthetasch zeigt einen weiteren Ansatz: Claude Code nutzen, um n8n-Workflows automatisch zu bauen. Dafür hat er zwei Claude Skills entwickelt:
Schritt 1: Du installierst die Skills als Claude-Code-Plugins.
Schritt 2: Du rufst den PRD Generator auf und beschreibst dein Projekt -- entweder als Text oder als Transkript eines Kundengesprächs.
Schritt 3: Der Skill stellt gezielte Fragen (Welches Tool für LinkedIn? Welche Datenfelder? Wie soll mit Duplikaten umgegangen werden?) und erstellt einen strukturierten Plan.
Schritt 4: Du rufst den n8n Generator auf und sagst "Bitte setze den Plan um." Claude Code verbindet sich per API mit deiner n8n-Instanz und baut den Workflow Schritt für Schritt.
Schritt 5: Der Agent testet jeden Schritt, erkennt Fehler selbstständig und debuggt sich durch die Probleme.
Damit der Agent auf deine n8n-Instanz zugreifen kann, braucht er:
Das Credential Template ist entscheidend: Es listet auf, welche Zugangsdaten für welche Nodes bereits konfiguriert sind. So weiss der Agent, dass er z.B. die vorhandene Google-Sheets-Verbindung nutzen kann, statt eine neue einzurichten.
Der Agent liefert 70 bis 80% eines fertigen Workflows. Bei einfachen Workflows ist es oft 100%. Bei komplexen Workflows musst du die letzten 20% manüll nachbessern.
Das ist der aktülle Stand. Die Qualität verbessert sich mit jedem Modell-Update.
Die meisten Profis werden künftig beide Ansätze kombinieren. Agentic Workflows für schnelles Prototyping und die initiale Erstellung, klassische Tools für Monitoring und Production-Betrieb.
Was fehlt, ist ein gutes UI, um Agentic Workflows zu monitoren. Das ist das fehlende Puzzlestück, das in den nächsten Monaten kommen wird.
Der wichtigste Takeaway: Ohne Domain Knowledge kommst du mit KI-Agenten nicht weit. Du musst verstehen:
Der Agent ist das Werkzeug, aber du bist der Dirigent. Ohne dein Wissen weiss der Agent nicht, in welche Richtung er arbeiten soll.
Agentic Workflows sind eine fundamentale Verschiebung in der Art, wie Automatisierung funktioniert:
Im nächsten Kurs zeigen wir, wie du einen KI-Agenten rund um die Uhr autonom laufen lässt und damit echte wirtschaftliche Ergebnisse erzielst.